Eintrag-Details: Rauchen aufhören - die Wahrheit



10.04.07

Rauchen aufhören - die Wahrheit

Josef Kropf, 10:19:59, Kategorien: Dies und Das
German (DE) 852 Wörter, 682 direkte Aufrufe

Wie einige von euch wissen, habe ich ja vor beinahe auf den Tag genau 5 Monaten nach 20 Jahren starken Rauchens aufgehört.

Sepp hat am 9. November 2006 um 12:30 Uhr aufgehört zu rauchen,
ist damit schon 154 Tage (5 Monate 3 Tage) rauchfrei,
hat in dieser Zeit 3.082 Zigaretten nicht geraucht, 570,17 Euro gespart
2 Gramm Nikotin und 28 Gramm Teer den Lungen erspart und insgesamt
10 Tage 16 Stunden 50 Minuten RauchFrei-Zeit gewonnen.

Ich wage zu behaupten, daß ich nur ein einziges Mal schwach geworden bin und mir 2 Züge aus einer Marlboro Light "gegönnt" habe - es war wie Waldluft und ich hab eigentlich gar nix gemerkt.
Den Glimmstengel hab ich dann in den Ofen geworfen und das war es dann.

Es hat nicht grauenhaft geschmeckt wie viele (auch in teuren Büchern und Ratgebern) berichten.

Aber dann, dann kam es faustdick und so schlimm, wie ich es mir nie hätte träumen lassen...

[Mehr:]

Wovon ich hier nur schreiben möchte, und nachdem aus nun auch 2 Verwandten so ergangen ist erst recht, ist das, wie es jemandem ergehen _kann_ wenn er damit aufhört...

Ich selbst bin Sanitäter, ich habe Jahre meines Lebens damit zugebracht Leute mit kleinen und großen Wewehchen zum Onkel Doktor, ins Krankenhaus oder sonstwohin zu bringen.

Ich habe alte (und junge) Menschen leiden und sogar sterben sehen, habe Geburten erlebt, unendliche Freunde und bodenlose Trauer. Ich denke also damit umgehen zu können und bestimmte Symptome genau zu kennen und zu wissen wann Alarm ist und wann nicht (manchmal hab ich sogar das Gefühl mehr zu sehen als bestimmte Ärzte, aber das ist auch ein anderes Kapitel).

Ich habe 2 Kinder, eine tolle Frau und einen sehr verantwortungsvollen Beruf und dachte bis vor kurzem, mich könnte so schnell nichts aus der Bahn werfen......

Seit ich mit dem Rauchen aufgehört habe, war ich 3x in der Notaufnahme von 2 verschiedenen Krankenhäusern, denn sie "könnten" ja etwas übersehen haben, ich war zu jeder Tages und Nachtzeit hochnervös bei diensthabenden Ärzten - ich glaub ich hab schon alle in der Umgebung durch in der Zwischenzeit :D

Ich war beim Internisten der mir wörtlich gesagt hat "Dem Herz fehlt überhaupt nichts! Sie haben keine überragende Kondition, kein Wunder bei ihrem Job, aber dem Herzen fehlt nichts!"

Dann war ich beim Psychologen um auch einen linksrotierenden Vogel ausschließen zu können, der hat mich angelacht und gemeint "...bleiben sie so stark und beobachten sie sich selbst weiter so gut, dann werden sie 150 Jahre alt..."

Ich war bei einer Geistheilerin, mir fällt für sie keine bessere Bezeichnug ein, es war beeindruckend, auch sie hat mir, ohne vom Internisten zu wissen, bestätigt dass mir nichts fehlt, also gehe ich davon aus, daß ich gesund bin.

Von so Kleinigkeiten wie zu hohem Cholesterin, viel zu Lipoprotein A rede ich hier nicht...

Und trotzdem, dieses verfluchte Zeug hat es geschafft, mich für Monate krank zu machen, mich oft mehrmals täglich in Panik JETZT sterben zu müssen versetzt, hat Schweißausbrüche und Fluchtverhalten verursacht, mir starke Schmerzen am ganzen Körper - vor allem in der Brust beschert, hat mich lächerlich gemacht bei Leuten die so etwas nicht verstehen...

Immer bin ich davon ausgegangen ich wäre halt ein Einzelfall und vermutlich besonders was weiß ich, dämlich, hypochondrisch, .....

Nun hat es 2 Verwandte von mir ebenfalls erwischt die durchaus mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen und eigentlich außen einem Schnupfen noch nie ernsthaft krank waren.
Die ersten 3 bis 4 Wochen ging alles gut, dann begann die Psyche verrückt zu spielen, gleich wie bei mir, Todesängste, Schweißausbrücke, Panik, Schmerzen...

Ein sehr guter Freund hat mir, als ich damit angefangen habe, schon davon erzählt plötzlich die irrwitzigsten Schmerzen bekommen zu haben, die merkwürdigsten Beschwerden, Ängste usw. und ich sollte darauf vorbereitet sein...

Und jetzt frage ich: Warum predigt jeder Arzt andauernd das Rauchen zu lassen, endlich damit aufzuhören, es würde einem dann bedeutend besser gehen als wenn man raucht.

Das mag ja stimmen, es stimmt auch wie ich in der Zwischenzeit weiß, daß nach ein paar Tagen der Kaffee, sämtliches Essen auf einmal anders, besser, schmeckt; nur das was danach kommen KANN, das sagt einem niemand, damit man sich darauf vorbereiten könnte.

Meine Hausärztin hatte sogar gemeint, ich solle mit dem Rauchen wieder anfangen, allerdings erst nachdem sie den tip gegeben hatte, ich solle eben Beruhigungsmittel nehmen und mich hinlegen, nach ein paar Wochen würde es schon vorbei sein.

Ich frage mich, ob sie in der Zeit für mich arbeiten gegangen wäre und ein Vater für die Kinder gewesen wäre...naja...

Als Abschluß kann ich nur sagen, daß es sich für die Gesundheit sicher gelohnt hat die Notbremse zu ziehen, es ist ein langer, steiniger Weg und es geht mir auch nach 5 Monaten manchmal noch sehr schlecht, aber ich habe jetzt meistens die Kraft mir selbst einzureden, daß ja alles OK sei und ich mir keine Sorgen zu machen brauche und dann geht es auch recht schnell wieder vorbei.

...und was noch wichtiger ist, ich habe gelernt, innerlich für mich selbst laut genug das Götzzitat zu schreien wenn mir alles gegen die Strich geht, und das hilft unglaublich...

wird fortgesetzt...

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